Sechs Acts, zwei Abende, ein Gitarrenfestival

Das 2. Würzburger Gitarrenfestival zeigte am 2. und 3. Oktober im Keller Z87 eindrucksvoll, wie vielseitig die Gitarre als Musikinstrument sein kann. An zwei Abenden präsentierten sechs Acts ein abwechslungsreiches Programm zwischen Fingerstyle, Blues, Flamenco, Klassik, Jazz und Weltmusik.

Festivalorganisator Tommi Neubauer blieb dabei dem Konzept der erfolgreichen Premiere treu: Jeder Konzertabend vereinte einen regionalen, einen nationalen und einen internationalen Beitrag. Junge Talente trafen auf etablierte Größen, unterschiedliche Generationen und musikalische Traditionen aufeinander.

Den Auftakt gestalteten am Freitag die Stringtime Travellers um Gitarrist Markus Kohlprath. Das siebenköpfige Ensemble verband Gitarren mit Cello, Akkordeon und Gesang zu einer musikalischen Reise durch verschiedene Stilrichtungen. Anschließend brachte Bad Temper Joe mit rauer Stimme, Lapsteel-Gitarre und trockenem Humor authentischen Delta-Blues auf die Bühne. Der tschechische Gitarrist Ladislav Pazdera beschloss den Abend mit virtuosem Fingerstyle und atmosphärischen Kompositionen zwischen Jazz, Klassik und Weltmusik.

Am Samstag eröffneten Agua y Vino aus Würzburg mit leidenschaftlichem Flamenco, Gesang und Tanz. Danach überzeugte Biber Herrmann, einer der profiliertesten deutschen Folk-Blues-Musiker, mit ausdrucksstarkem Gitarrenspiel, persönlichen Songs und humorvollen Geschichten. Den Abschluss bildete der erst 22-jährige chinesische Gitarrist Jaco Liu, der erstmals in Würzburg gastierte. Mit atemberaubender Fingerstyle-Technik verband er Melodie, Bass, Rhythmus und perkussive Elemente zu einem beeindruckenden Gesamtklang. Seine Eigenkompositionen zeigten eindrucksvoll, welche Möglichkeiten in einer einzigen akustischen Gitarre stecken.

Gerade die musikalischen Kontraste machten den besonderen Reiz des Festivals aus. Der Keller Z87 bot dafür erneut einen passenden Rahmen, in dem virtuose Solodarbietungen ebenso zur Geltung kamen wie temperamentvolle Ensembleauftritte.

Mit seiner zweiten Ausgabe unterstrich das Würzburger Gitarrenfestival seinen Anspruch, regionale Künstler mit nationalen Größen und internationalen Nachwuchstalenten zusammenzubringen. Organisator Tommi Neubauer, der 2025 unter anderem für die Initiierung des Festivals mit der Kulturmedaille der Stadt Würzburg ausgezeichnet wurde, möchte das Format langfristig in der regionalen Kulturlandschaft etablieren. Der Termin fürs 3. Würzburger Gitarrenfestival steht schon fest. Das Line-Up ist noch in der Planung.


Weitere Photos vom Festival (und auch anderen Konzerthighlights) findet man auf der Website von Gerlad Langer – vielen Dank an dieser Stelle!

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