Nach der erfolgreichen Premiere geht das Würzburger Gitarrenfestival in die zweite Runde. Am 2. und 3. Oktober 2026 verwandelt sich der Keller Z87 erneut in einen Treffpunkt für Gitarrenliebhaber – mit einem Programm, das die ganze Bandbreite dieses faszinierenden Instruments erlebbar macht.
An zwei Konzertabenden treffen regionale, nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler aufeinander. Das Festival spannt dabei einen Bogen von jungen Ausnahmetalenten und Shooting-Stars der internationalen Gitarrenszene bis hin zu renommierten Persönlichkeiten, die ihr Publikum seit Jahrzehnten begeistern. Unterschiedliche Generationen, musikalische Hintergründe und Spielweisen verschmelzen zu einem außergewöhnlichen Festivalerlebnis.
Auch stilistisch zeigt sich das Würzburger Gitarrenfestival bewusst offen. Fingerstyle, Klassik, Flamenco, Blues, Jazz, Gypsy Swing, Weltmusik und moderne akustische Gitarrenmusik stehen gleichberechtigt nebeneinander. So entsteht ein vielsaitiges Programm, das die unterschiedlichsten Facetten der Gitarre beleuchtet – mal virtuos und kraftvoll, mal feinfühlig und intim, immer mit großer musikalischer Leidenschaft.
Am Freitag, 2. Oktober, entführen die Stringtime Travellers mit ihrer außergewöhnlichen Besetzung in musikalische Klangwelten zwischen Spanien, Südamerika und Klassik. Blues-Ausnahmekünstler Bad Temper Joe zeigt, warum er zu den bedeutendsten Vertretern der deutschen Bluesszene zählt, während der tschechische Gitarrist Ladislav Pazdera mit seiner stilistischen Offenheit zwischen Fingerstyle, Jazz und Weltmusik begeistert.
Der Samstag, 3. Oktober, steht ganz im Zeichen weiterer musikalischer Vielfalt. Agua y Vino verbindet Flamenco, Tanz und Gesang zu einem leidenschaftlichen Bühnenprogramm, Biber Herrmann präsentiert authentischen Folk-Blues voller Geschichten und Emotionen, und mit Jaco Liu gastiert einer der spannendsten jungen Fingerstyle-Gitarristen der internationalen Szene erstmals in Würzburg.
Veranstaltet wird das Festival von Tommi Neubauer, der 2025 unter anderem für die Initiierung des Würzburger Gitarrenfestivals mit der Kulturmedaille der Stadt Würzburg ausgezeichnet wurde. Sein Ziel ist es, Gitarrenmusik in ihrer ganzen Vielfalt sichtbar zu machen, internationale Künstler nach Würzburg zu holen und gleichzeitig regionalen Musikerinnen und Musikern eine Bühne zu bieten.
Das 2. Würzburger Gitarrenfestival richtet sich dabei nicht nur an Gitarristinnen und Gitarristen. Es ist eine Einladung an alle Musikliebhaber, außergewöhnliche Künstler zu entdecken, stilistische Grenzen zu überschreiten und die Gitarre in all ihren Ausdrucksmöglichkeiten neu zu erleben.
Mit sechs hochkarätigen Acts an zwei Tagen verspricht das Festival erneut ein musikalisches Wochenende voller Begegnungen, Inspiration und unvergesslicher Konzerterlebnisse.

Die Stringtime Travellers laden ihr Publikum zu einer außergewöhnlichen musikalischen Entdeckungsreise ein. Mit virtuosem Gitarrenspiel, großer stilistischer Vielfalt und ungewöhnlichen Arrangements führt das Ensemble durch unterschiedlichste Klangwelten – von den sonnigen Landschaften Spaniens über den brasilianischen Regenwald bis in die irischen Wälder oder das Venedig des 17. Jahrhunderts.
Im Mittelpunkt steht Ausnahmegitarrist Markus Kohlprath, der gemeinsam mit einem Ensemble junger, hochkarätiger Musikerinnen und Musiker ein ebenso abwechslungsreiches wie mitreißendes Konzerterlebnis gestaltet. Die besondere Besetzung mit klassischen und akustischen Gitarren, Fingerstyle-Gitarre, Cello, Akkordeon, Klavier, Gesang, E-Bass und weiteren Instrumenten eröffnet außergewöhnliche Klangfarben und lässt bekannte Werke in einem neuen Licht erscheinen.
Das Repertoire reicht von spanischer Gitarrenmusik über Gypsy Swing, Klassik und Fingerstyle bis hin zu südamerikanischen Rhythmen und Eigenkompositionen. Werke von Paco de Lucía, Joaquín Rodrigo, Astor Piazzolla, Tommy Emmanuel, Antonio Vivaldi, Django Reinhardt und Chick Corea stehen dabei ebenso auf dem Programm wie Kompositionen von Markus Kohlprath und Nico Schwarz.
Besonderen Wert legen die Stringtime Travellers auf eigene Arrangements. Bekannte Stücke werden eigens für die außergewöhnliche Besetzung neu interpretiert und entwickeln dadurch einen ganz eigenen Charakter. Virtuosität steht dabei nie im Vordergrund um ihrer selbst willen – vielmehr entsteht ein stimmiges Gesamterlebnis, das musikalische Präzision mit Spielfreude und emotionaler Ausdruckskraft verbindet.

Wenn es um Blues in deutschen Landen geht, führt an Bad Temper Joe kein Weg mehr vorbei. Der mürrische Bluesbarde aus der ostwestfälischen Provinz hat sich in den letzten Jahren zu einer absoluten Ausnahmeerscheinung der Blues-Szene entwickelt. Davon zeugt nicht nur die Vielzahl an Alben mit ebenso rauen wie eindringlichen Songs, die BTJ zwischenzeitlich vorgelegt hat. Davon zeugen auch der Gewinn der German Blues Challenge sowie die Nominierungen für diverse Blues- Awards und den Preis der deutschen Schallplattenkritik. Mit Hingabe zu den alten Bluesern aus dem Mississippi-Delta überführt Bad Temper Joe den oft totgesagten Blues mit Leichtigkeit ins 21. Jahrhundert – und das mit allem, was Blues auf höchstem Niveau auszeichnet: exzellentes Songwriting, ausgeprägtes Traditionsbewusstsein, einnehmende Performance. Auch international schlägt BTJ Wellen. 2020 konnte er sich als einziger europäischer Act im Finale der International Blues Challenge in Memphis, USA behaupten. Das britische Blues Matters Magazine urteilt folgerichtig: „It’s hard to believe that the sounds of the Mississippi-Delta have relocated to Germany, but they have.”

Aufgewachsen in einer Zeit, in der Genregrenzen in der Musik ineinander verschwommen sind, bewegt sich Ladislav Pazdera (*1989) mit seinen akustischen Gitarren auf stilistisch vielfältigem Terrain. Das Spektrum reicht von virtuoser Fingerstyle-Technik bis Jazz; es umfasst traditionelle Inspirationen aus Andalusien und osteuropäischen sowie arabischen Regionen, die Leichtigkeit brasilianischer Musik sowie die filigrane Präzision der Klassik.
Ladislav wurde 1989 in Pardubice geboren. Zunächst lernte er Violine, dann Viola, und im Alter von 12 Jahren wechselte er zur Akustikgitarre. 2014 zog er nach Dresden, wo er an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber“ studierte und derzeit lebt.
Er teilt seine Zeit zwischen Unterricht und Tourneen auf; verschiedene Konzerte führen ihn in viele europäische Länder und renommierte Clubs, darunter Porgy & Bess (Wien), Bova (Istanbul), Six Bars Jail (Florenz), Die Tonne (Dresden) und viele andere.
„Der Klang und die gesamte Ästhetik des Musikprogramms bewegen sich auf höchstem Niveau!” (Akustik Gitarre)
„Lässig, sophisticated, groovy.” (WDR3 Jazz)
„Schöner Sound und wunderbare Technik, die stilübergreifend bestens funktioniert.” (Schweizer Radio und Fernsehen)
„An exhibition of amazing sound paintings.“ (Jazzquad)
„Mit der richtigen Balance schafft es Pazdera immer wieder den Zuhörer zu fesseln.“ (NRW Jazz)
Ladislavs Gestaltungswillen spiegelt sich in seinem vielgestaltigen Repertoire und in eigenen Kompositionen, die seine Qualitäten als musikalischer Geschichtenerzähler unterstreichen. Variable Stimmungen und Klangfarben, fein ziselierte Passagen und aufleuchtendes dynamisches Temperament verleihen seiner Musik eine charismatische Ausdruckskraft.

Ein Abend voller Duende, Leidenschaft und Lebensfreude: „Pura Vida“ ist mehr als ein Konzert – es ist eine musikalische Reise durch Spanien und Lateinamerika, durch Tradition und Gegenwart, Melancholie und überschäumende Lebensfreude.
Das Programm führt durch die Gassen Granadas und hinein in die faszinierende Klangwelt Mexikos. Es verneigt sich vor dem großen spanischen Poeten Federico García Lorca, lässt mit der mystischen „La Llorona“ mexikanische Legenden lebendig werden und präsentiert „Cielito Lindo“ in einer ganz eigenen Interpretation. Virtuose Gitarrenduos schaffen dazu Klangwelten, die mal fein und zurückhaltend, mal temperamentvoll und voller Energie sind.
Traditioneller Flamencotanz trifft dabei ganz selbstverständlich auf die musikalische Gegenwart. Mit Juanes’ „La Camisa Negra“ und den modernen, avantgardistischen Einflüssen von ROSALÍA schlägt das Programm eine Brücke zu aktuellen Sounds und zeigt, wie lebendig und wandelbar spanische und lateinamerikanische Musiktraditionen bis heute sind.
Eine persönliche Moderation führt durch den Abend, erzählt von den Stücken, ihren Geschichten und ihren kulturellen Wurzeln und schafft eine besondere Nähe zwischen Bühne und Publikum.
„Pura Vida“ ist eine Einladung, den Alltag für einen Abend hinter sich zu lassen und sich von Musik, Tanz, Temperament und dem Feuer des Südens mitreißen zu lassen.

„Biber Herrmann ist einer der authentischsten und wichtigsten Folk-Blues-Künstler in unserem Lande und darüber hinaus. Und glauben Sie mir, ich weiß, wovon ich rede.“ (Fritz Rau)
Mit diesen Worten adelte der legendäre Konzertimpresario, der neben den American Folk Blues Festivals auch die Rolling Stones, Eric Clapton und die Weltelite des Rock und Blues nach Europa holte, den sympathischen Saiten-Meister und Geschichtenerzähler aus dem Mittelrheintal. Himmel, Erde & der Blues – so lässt sich Herrmanns Mischung aus stampfendem Blues, filigranen Balladen und packender Gitarrenarbeit beschreiben. Kraftvoll und zugleich sensibel schafft der Musiker Klangräume, die von der Presse oftmals als „Seelenreisen“ bezeichnet werden. Die Dynamik seines Spiels, seine raue, warme Stimme und seine natürliche Bühnenpräsenz ziehen das Publikum vom ersten Moment an in den Bann.
Seine Konzerte sind Erlebnisse voller Nähe, Tiefgang und feinem Humor – ein Abend für die Sinne, die Seele und den Geist. In seinen Songs erzählt er von Licht und Schatten, von Brüchen, Neuanfängen und dem Drang, immer wieder neue Wege zu suchen. Die rockige, progressive Attitüde seines Spiels verleiht dem akustischen Blues überraschende Wendungen und eine mitreißende Lebendigkeit. Matthias „Biber“ Herrmann, der seinen Künstlernamen einer alten Begebenheit aus der Kindheit verdankt, ist ein wortgewandter Erzähler, der sein Publikum mitnimmt – auf eine Reise zwischen Himmel, Erde und dem Blues.
Eine begeisterte Presse und treue Fangemeinde machen ihn zu einem der meistgebuchten Folk-Blues-Acts der aktuellen Akustikszene.

Mit Jaco Liu gastiert einer der spannendsten Vertreter der jungen internationalen Fingerstyle-Gitarrenszene im Keller Z87. Der Gitarrist und Komponist verbindet beeindruckende technische Präzision mit einer unverwechselbaren musikalischen Handschrift und erschafft Klangwelten, die weit über klassische Gitarrenmusik hinausgehen.
In seinen Eigenkompositionen verschmelzen Einflüsse aus Rock, Pop und Jazz mit Melodien und Klangfarben ostasiatischer Musiktraditionen. So entsteht ein moderner, genreübergreifender Stil, der gleichermaßen kraftvoll, atmosphärisch und erzählerisch wirkt. Jede Komposition entwickelt ihre eigene Geschichte und lädt das Publikum auf eine musikalische Reise voller Dynamik, Emotion und überraschender Klangfarben ein.
Internationale Anerkennung erhielt Jaco Liu unter anderem von Gitarrengrößen wie Andy McKee, der ihn als „neuen Lieblingskünstler“ bezeichnete, sowie von Thomas Fellow, der ihn als einen Musiker beschreibt, der außergewöhnliche Virtuosität mit einem eigenständigen musikalischen Ansatz verbindet und damit die Zukunft der Fingerstyle-Gitarre verkörpert. Selbst Slash zeigte sich von seinem Spiel beeindruckt.
Mit seinem aktuellen Album „Soliloquy“ präsentiert Jaco Liu erstmals ein internationales Album mit überwiegend eigenen Kompositionen. Die Musik verbindet höchstespieltechnische Ansprüche mit einer großen stilistischen Offenheit und macht deutlich, warum er zu den vielversprechendsten Gitarristen seiner Generation zählt.
Wer die akustische Gitarre in all ihren Facetten erleben möchte, darf sich auf einen Konzertabend freuen, der Virtuosität, Klangvielfalt und musikalische Ausdruckskraft auf außergewöhnliche Weise miteinander verbindet.

Freitag 26. & Samstag 27. September 2025 | Keller Z87
Zwei Tage ganz im Zeichen der Gitarre: Der Keller Z87 lädt Ende September zum ersten Würzburger Gitarrenfestival ein – ein Wochenende, das die ganze Bandbreite dieses faszinierenden Instruments feiert. Internationale Künstlerinnen und Künstler präsentieren Solo-Programme, intime Duos und virtuose Fingerstyle-Shows zwischen Jazz, Klassik, Latin, Pop und Rock.
Mit dem 1. Würzburger Gitarrenfestival hat die Kulturszene der Stadt ein neues Highlight hinzugewonnen. An zwei Abenden Ende September verwandelte sich der Keller Z87 in ein Forum für Gitarrenkunst in all ihren Facetten – von klassisch bis modern, von jazzig bis rockig.
Den Auftakt bildete das Duo Michael Arlt & Wolfgang Kriener. Der Gitarrist und der Bassist spielen seit Jahrzehnten zusammen – und das hört man. Mit geschmeidigem Zusammenspiel, feinem Gespür für Dynamik und brasilianischen wie karibischen Anklängen schufen sie einen stillen, aber eindringlichen Start in das Festival. Ihre Musik verlangte konzentriertes Zuhören und wurde dafür reich belohnt.
Danach folgte Crossing Strings: Carina Maria Linder und Markus Schlesinger vereinten klassische Gitarre und Fingerstyle zu einem Dialog voller Kontraste. Mal virtuos ineinander verflochten, mal in spannungsvollem Gegenüber – ihr Programm reichte von Eigenkompositionen bis zu neu interpretierten Klassikern. Ein Auftritt, der die klangliche Vielfalt der Gitarre eindrucksvoll zeigte.
Als krönender Abschluss des ersten Abends stand Jacques Stotzem auf der Bühne. Der Belgier, eine feste Größe der europäischen Fingerstyle-Szene, verzauberte mit lyrischen Eigenkompositionen ebenso wie mit energiegeladenen Adaptionen von Rock-Ikonen wie Hendrix oder Gallagher. Sein souveränes, doch stets zugängliches Spiel zog das Publikum in Bann.
Der zweite Abend brachte zunächst Oliver Thedieck, der mit viel Charme und spürbarer Hingabe die klassische Gitarre präsentierte. Neben modernen Werken ließ er südamerikanische Einflüsse einfließen und schuf so eine feine Balance zwischen Tradition und Gegenwart.
Silvio Schneider führte anschließend mit seiner „Groovy World Guitar“ in ganz andere Klangräume. Er kombinierte Latin, Funk und Jazz, griff auf Loops zurück und überraschte mit Bearbeitungen von Stücken wie Michael Jacksons Billie Jean oder Sting. Spätestens im gemeinsamen Schluss mit Thedieck zeigte sich, wie sehr Gegensätze sich ergänzen können.
Auch wenn am Samstag kurzfristig ein angekündigter Act ausfiel, tat dies der Begeisterung keinen Abbruch. Das Publikum honorierte das breite Spektrum und die Intensität der Darbietungen mit großem Applaus.
Organisator Tommi Neubauer konnte zufrieden sein: Ein Festivalauftakt mit Niveau, der Lust auf mehr macht. Zwar blieb die Zuschauerzahl noch hinter dem Potenzial zurück, doch die Resonanz von Musiker:innen wie Publikum machte deutlich: Dieses Festival hat Zukunft. Die nächste Ausgabe im Herbst 2026 ist bereits fest eingeplant – und man darf gespannt sein, wie sich dieses neue Format weiterentwickeln wird.
Der Keller Z87 erwies sich als idealer Ort: nahbar, atmosphärisch und akustisch bestens geeignet für Gitarrenkunst. Das erste Würzburger Gitarrenfestival hat eindrucksvoll gezeigt, dass Qualität und Leidenschaft das Fundament für eine nachhaltige Konzertreihe bilden können.
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